Was ist Solawi?

Solidarische Landwirtschaft am Dollingerhof - Gemeinsam für eine Landwirtschaft mit Zukunft!

In unserer Solawi schließen wir uns als Hof mit einer Gruppe privater Haushalte zusammen.

Gemeinsam bilden wir eine Wirtschaftsgemeinschaft.

Sinn und Zweck ist die Versorgung mit Lebensmittel aus kleinbäuerlicher biologisch-dynamischer Landwirtschaft zu fairen Bedingungen für Alle.

Aktuell versorgen wir ca. 300 Haushalte mit unseren Lebensmitteln.

Unsere Mitglieder erhalten einmal pro Woche einen Anteil an der Ernte. Mit dem Abschluss einer Mitgliedschaft über ein Jahr bekommt man wöchentlich den 300ten Anteil am Anbau bzw. der Ernte. Dieser besteht aus Gemüse, manchmal etwas Obst, Getreide/Mehl oder Brot, Milchprodukten, Eiern, Fleisch und manchmal auch aus verarbeiteten Produkten wie Sauerkraut, Saft, Brotaufstriche oder milchsaures Gemüse oder Nudeln. Wie genau sich der Ernteanteil zusammensetzt, hängt von der Jahreszeit ab.

Ziel ist:

  • der Erhalt kleinbäuerlicher Landwirtschaft
  • die Versorgung von Menschen (nicht Märkten) aus dieser Art von Landwirtschaft
  • artgerechte Tierhaltung
  • vielfältiger Gemüseanbau
  • Bodenschutz
  • Wasserschutz
  • Bildungsarbeit

Unabhängig von Marktzwängen soll es möglich werden, sich einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu widmen, den Boden fruchtbar zu erhalten und bedürfnisorientiert (nicht ausbeuterisch) zu wirtschaften.

Hauptmerkmale des Konzeptes sind:

  • Die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion werden auf alle Mitglieder umgelegt.
  • Alle teilen sich die mit der Produktion verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte.
  • Dafür bekommen die Mitglieder die Lebensmittel des Hofes, wie Gemüse, Milch, Eier, Fleisch, Getreide.
  • Der Beitrag orientiert sich am eigenen Einkommen. Die vertragliche Bindung über mindestens 1 Jahr bietet dem Hof Planungssicherheit.
  • Es ist möglich, das ganze 4 Wochen auszuprobieren
  • Bestandteil der gegenseitigen Vereinbarung sind neben einem monatlichen Beitrag, 2 halbe Tage praktische Unterstützung am Hof. Hier steht der Bildungsaspekt im Vordergrund.  Die Landwirtschaft soll und darf praktisch erlebt werden, gerne mit Kind und Kegel.

Der Einstieg

Zum Einstieg gibt es die Möglichkeit das ganze 4 Wochen unverbindlich auszuprobieren.

Nach Ablauf von vier Probewochen besteht die Möglichkeit, sich für mindestens ein Jahr an den Hof zu binden. Dies wird vertraglich geregelt.

Der persönliche Bezug macht die gegenseitige Verantwortung bewusst. Die Mitglieder erleben, wie ihre Ernährungsentscheidung die Kulturlandschaft gestaltet, soziales Miteinander, Naturschutz und (Arten-)Vielfalt ermöglicht und so eine zukunftsfähige Landwirtschaft stattfinden kann.

Mehr Solidarität, weniger Ausbeutung

Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, haben meist nur die Wahl entweder die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz hängt von Subventionen und Markt- bzw. Weltmarktpreisen ab. Beide sind Faktoren, auf die sie keinen Einfluss haben und die sie häufig zwingen, über ihre persönliche Belastungsgrenze sowie die von Boden und Tieren zu gehen, oder ganz aus der Landwirtschaft auszusteigen. Auch der ökologische Landbau ist von diesem Mechanismus nicht ausgenommen.

Solidarische Landwirtschaft ist eine innovative Strategie für eine lebendige, verantwortungsvolle Landwirtschaft, die gleichzeitig die Existenz der Menschen, die dort arbeiten, sicherstellt und einen essenziellen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leistet.

Bei uns bekommst du echte, authentische Lebensmittel. Je nach Saison beinhaltet das einmal in der Woche frisches, saisonales Gemüse, Kräuter, Salate, etwas Obst, Eier, zusätzlich Brot, Fleisch, ab und zu Wurst, Getreide, Mehle, Saaten und Milchprodukte.

Alle Lebensmittel werden am Hof hergestellt. Da jede Saison anders ist, können wir keine Liefermengen garantieren. Die Angaben sind Erfahrungswerte aus den letzten Jahren. Wir tragen das Produktionsrisiko gemeinsam und alles was produziert wird (das Krumme, das Gerade, das Kleine, das Große) kommt in die Solawi. Misslingt eine Kultur trotz gärtnerischen Bemühens, so tragen wir den Ausfall gemeinsam. Verteilt wird, was da ist. Einen garantierten Anspruch können wir, wie in der Solidarischen Landwirtschaft üblich, nicht gewährleisten. Ernteanteile und der damit verbundene Richtwert sind immer Orientierungswerte, keine Garantien. Das erfordert von den Mitgliedern und zukünftigen Mitgliedern eine Umstellung. Sind wir doch alle gewohnt, dass wir Dinge kaufen und mit dem Preis den wir zahlen, einen Anspruch darauf haben. In der Solawi aber finanzieren wir einen Hoforganismus, der gesund ist und damit gut funktionieren kann und an dessen Ende dann in der Regel ganz selbstverständlich gute Lebensmittel entstehen, die wir aber nicht „kaufen“ sondern bekommen und miteinander teilen.

Diese Haltung und dieser Bewusstseinswandel ist notwendig um die Produktion von Lebensmitteln vom kapitalistischen Marktsystem zu entkoppeln und zu einer Landbewirtschaftung zurück zu kommen, die nachhaltig ist und unseren Planeten und alle Arten erhält. Dass dies auf Dauer funktioniert, die Höfe damit bestehen und die Menschen gut ernähren, beweisen Höfe wie der Buschberghof seit über 30 Jahren.