Philosophie

Wir wollen unseren Beitrag leisten für eine längst fällige Agrarwende. Das ist uns dabei besonders wichtig:

  • Landwirtschaft im Kreislauf
  • Lebensmittel direkt weitergeben an die Verbraucher
  • Landwirtschaft in Freiheit und mit Zeit und Muße für Tier und Boden
  • Erhalt der Vielfalt und Biodiversität am Hof
  • Aktiver Klimaschutz
  • Müllvermeidung und Verpackungsfreiheit
  • Faire Arbeitsbedingungen schaffen
  • Förderung der Vielfalt in den Lebensräumen Wasser, Wald, Ackerland, Wiesen, Wege
  • Vielfalt der Arten , wie Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen
  • Sowie Vielfalt der Wechselbeziehungen innerhalb und zwischen den vorher genannten Punkten

Unser Ziel ist es den Hof in seiner Vielfalt zu bewahren und möglichst vielen Menschen unabhängig von ihrer finanziellen Lage, Zugang zu gesunden und fair produzierten Lebensmitteln zu ermöglichen. Um gesunde Lebensmittel zu produzieren, muss man die Frage stellen, unter welchen Umweltbedingungen sich jede Art, Pflanze oder Tier auf die gesündeste, artgerechteste Weise entwickeln und wie Pflanzenarten und Haustiere sich gegenseitig positiv beeinflussen. Aus einer großen Vielfalt heraus produziert die Natur am meisten. Je höher die Artenzahl in einem bestimmten Gebiet (Hof) ist, desto größer ist die Produktivität. Die größtmögliche Artenvielfalt kann nur in Harmonie der einzelnen Arten miteinander existieren. Die Harmonie, die auf diese Weise hergestellt wurde, kann nur erhalten und die Anpassung an die örtlichen Bedingungen nur erzielt werden, wenn aus dem Hofbiotop größere Substanzimporte wie Futtermittel, Mist, Düngemittel und Pestizide herausgehalten und ausgeschlossen werden.

– unser Hof liegt am Land im Landkreis Roth/Thalmässing und bewirtschaftet 60 ha mit Wiesen, Hecken, Wegen und Wäldern die wir mit Hilfe der Solidarischen Landwirtschaft langfristig schützen und ökologisch nutzen wollen

– so erhalten wir ein hohes ökologisches Potential und betreiben alle gemeinsam aktiv Umweltschutz, ganz konkret, regional und von uns beeinflussbar

– wir erlangen dadurch eine unabhängige lokale Grundversorgung

– damit stärken wir unsere gesellschaftliche, persönliche und ökonomische Souveränität

– außerdem sichern wir dieses konkrete Stück Land für die Ernährung von Menschen, schützen das Wasser, den Boden und die Luft sowie das Kleingetier, Insekten, Bienen, Hummeln, Würmer usw.

Wir versuchen auf unserem Land einen geschlossenen Kreislauf der Nährstoffe zu erreichen.

Ein natürlicher Rückstrom von dem was wir aus dem Boden entnommen haben soll das Gleichgewicht im Boden und die Bodenfruchtbarkeit erhalten. Eine anhaltende Bodenfruchtbarkeit ist nur unter der Voraussetzung eines Kreislaufes der Stoffe möglich. Durch die Nutzung unserer hofeigenen Ressourcen können wir Stoffkreisläufe schließen. Auf unseren Äckern werden neben dem Gemüse auch das Futter für die Tiere erzeugt. Mit vielfältiger Fruchtfolge, extensiven Anbau und einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Pflanzenbau und Tierhaltung gelingt eine ausgeglichener Nahrstoff-und Humusbilanz. Die Tiere liefern den notwendigen Dünger.Der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ist eine zentrale Herausforderung der Landwirtschaft. Ohne Tierhaltung können wir die Fruchtbarkeit der Böden nicht erhalten.

Wir verwenden keine (bzw. sehr, sehr eingeschränkt) Verpackung (grüne Kisten) und die Futterproduktion für die Tiere findet am eigenen Hof statt (kein Futter aus Übersee, oder sonst wo her) ebenso die Produktion des Düngers. Der Dünger entspricht dem was unser Land aufnehmen kann um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und liegt in keinem Fall darüber, sodass keine Überdüngung stattfindet. Durch Waldbepflanzungen/Hecken und ein Anbau mit Zwischenfrüchten ist der Boden nie nackt, Erosion wird verhindert und Stickstoff bleibt im Boden. Die Durchwurzelung des Bodens führt zu einem besseren Humusaufbau, Regenwürmer und Pilze sowie Bakterien, die notwendig sind um Humus herzustellen, freut das.

Was die Verwendung der Maschinen/Trecker angeht, werden alle weitestgehend selber repariert, aufgepäppelt und gewartet und so lange wie möglich genutzt. Sehr hoch ist auch der Anteil an Wiederverwendung von Materialien. So wurde z.B. das Hühnermobil zu 70% aus bereits vorhandenen Materialien gebaut (Reste aus Metallverarbeitung, Bretter, 40 Jahre alter Ladewagen etc..).

Insgesamt kann man wohl sagen, dass eine solidarische Gemeinschaft, die auf große Strukturen und auf den ultimativen Service verzichtet (Wählbarkeit der Produkte unabhängig von Region und Zeit) viele Ressourcen einspart. Dabei geht es nicht nur um den regional-saisonalen Aspekt. Es ist ein Unterschied ob ich an einem Hof alles abnehme oder nur die Rosinen, also z.B. alle schönen Gurken; oder ob ich eben ein Fleischpaket nehme oder immer nur Lende. Will ich immer nur Lende, dann müssen sehr viele Tiere gehalten und geschlachtet werden, auch wenn diese aus der Region sind. Und nicht zuletzt der Aspekt, dass in einer solidarischen Sache – idealerweise – und durch einen höheren Beitrag sich alle, auch Vegetarier verantwortlich zeichnen für die Tiere, die Haltung und den Absatz von Milch und Fleisch. Was verhindert, dass Lebensmittel, die der Hof produziert aber nicht intern abgenommen werden, über den freien Markt vertrieben werden müssen, Wertschöpfung verloren geht und der Ressourcenverbrauch am Ende wieder sehr ansteigt.

Ein Weiteres Argument ist auch, dass wir bei den Nutztieren darauf achten, dass sie nicht einseitig auf ein Kriterium hin gezüchtet sind, sondern es alte Mehrnutzungsrassen sind. In diesem Jahr kommen wir auch erstmalig weg von den Hybridhühnern deren Monopol 3 große Agrarkonzerne (mit großen Strukturen, weiten Wegen, hoher Überproduktion, Ressourcenverschwendung, Ineffizienz etc.) inne halten, die so gezüchtet sind, dass sie viel hochwertiges Futter (oft aus Übersee) brauchen damit sie die Leistung bringen und deren Brüder trotz großer Anstrengungen auch in Betrieben, die Bruderhahnaufzucht betreiben, zu 30% getötet werden müssen, weil es zu wenige Verbraucher gibt die den mageren Bruder kaufen wollen. Wird er dennoch aufgezogen, so muss er subventioniert werden und die Mästung liegt teurer und verbraucht viele Ressourcen, die über den Fleischpreis nicht ausgeglichen werden.

Nicht zuletzt versuchen wir durch Information und viele Aktionen am Hof über eine klimafreundlichere Landwirtschaft zu informieren und alle dafür zu gewinnen den bisher genannten Mehrwert zu finanzieren, was in der Konsequenz auch bedeutet, weniger Fleisch, Milch und Eier zu konsumieren und dafür mehr zu bezahlen.

Unsere Entwicklungsthemen im Bereich Klima sind z.B. eigene bzw. regionale Anzucht,
Weidestall, emissionsfreie Lieferung;