Entwicklung

Der Dollingerhof ist bis in die heutige Zeit ein kleinbäuerlicher Betrieb geblieben. Vor über 30 Jahren hat Karl Dollinger den Hof auf Biologischen Landbau umgestellt und war einer der ersten in der Region. Karl Dollinger gehört zu jenen Landwirten, die immer wieder aufs Neue mit ihrem Wissen überraschen können. Kaum eine Kulturpflanze, kaum eine neue Technologie, kaum eine neue Anbaumethode, die Karl Dollinger nicht kennt.

Die Ökobauern aus der Umgebung? Mit denen pflegte er regelmäßigen Kontakt. Der Anbau von Sonderkulturen? Wenn er selbst noch keine Erfahrungen damit gemacht hatte, dann kannte er jemanden, auf den dies zutrifft. So fand man schon immer in seinem Hofladen eigene Sojabohnen, Sonnenblumenkerne, Buchweizen und Emmer. Bei dieser Neugierde und Offenheit verwundert es dann auch kaum noch, dass der vielseitig wirtschaftende Betrieb einer der ersten war, der sich der Nürnberger SoLaWi Initiative „Vielmehr Bewahren“ angeschlossen hat, aus der sich dann die heutige Solawi am Dollingerhof entwickelt hat.

Neben der vielfältigen Landwirtschaft mit Ackerbau, Feldgemüse und Salaten, Erdbeeren, Milchviehhaltung und dem eigenem Backofen wünschte sich Karl Dollinger damals schon vor allem eines: Menschen auf seinem Hof. Menschen, die mitmachen, die um den Hof eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten bilden und so helfen, diese beachtliche Vielfalt zu erhalten. Menschen, die den Hof durch ihren Beitrag lebendig und funktionsfähig halten. Dabei ist er offen für Pläne und weiß: „Damit ein Mensch sich wohlfühlt, muss er auch die Möglichkeit haben sich kreativ einzubringen und seinen Teil zum Gelingen beizutragen.“ Nach jahrelangem Aufbau der Nürnberger SoLaWi-Initiative wird diese Geduld heute belohnt: immer größer wird die Anzahl der Ernteteilenden, die sich von dem Betrieb in Thalmässing versorgen lassen.
Und auch Helfer hat Karl bekommen: Claudia etwa, seine spätere Ehefrau, die anfangs unentgeltlich auf dem Feld arbeitet und sich intensiv um die Büroarbeit und die unverzichtbare Kommunikation mit den Ernteteilenden kümmerte. Sie führt heute den Betrieb. Oder Peter, der sich um die Logistik kümmerte und in dem eine wahre Philosophenseele schlummerte.

Karl Dollinger